

Zusammenfassung
Der Spielbericht wird präsentiert von:
Verwundert rieben sich die rund 130 Zuschauer in Sandhausen beim Schlusspfiff die Augen. Konnten die Anhänger der Gastgeber in der Halbzeitpause noch glücklich über das torlose Remis sein, freuten sie sich über eine souveräne Leistung der Sandhäuser in einer völlig gegensätzlichen zweiten Halbzeit. Unter dem Strich ist der erst zweite Heimsieg der Kurpfälzer in der laufenden Saison sogar nicht einmal unverdient.
Zum Abschluss der englischen Woche begann der BSC zwar mit einer offensiven 4-3-3-Formation, zunächst allerdings eher kräftesparend. Nach nur sieben Minuten hatte Serhat Ilhan die Großchance zur frühen Gästeführung: Eine Flanke von Felix Higl erreichte den Bahlinger Flügelspieler im Zentrum punktgenau, doch Ilhan traf mit seinem Kopfball nur die Unterkante der Latte, von wo aus die Kugel zurück ins Feld sprang. Und wenig später sollte das Aluminiumpech dem BSC noch einmal zum Verhängnis werden. SVS-Kapitän Philipp Leimenstoll blockte einen Schussversuch an der Strafraumkante mit der Hand ab, was den Unparteiischen prompt zu einem Elfmeterpfiff zwang. Erich Sautner konnte den Sandhäuser Keeper zwar verladen, nahm jedoch zu genau Maß und scheiterte am linken Pfosten.
Die Bahlinger zeigten sich von den vergebenen Chancen aber nicht beeindrucken und spielten weiter munter nach vorne. Serhat Ilhan (25.) und Mirco Barella (28./34.) hatten weitere gute Gelegenheiten zur Führung für den BSC, doch sie ließen auch diese liegen. „Das Einzige, was man der Mannschaft heute vorwerfen kann, ist die zu schwache Chancenverwertung“, resümierte Trainer Zlatan Bajramovic.
Beginnend mit einem verletzungsbedingten Wechsel auf der Torhüterposition des BSC, weil Stammtorwart Dennis Müller aufgrund von Rückenproblemen nicht weitermachen konnte, sollte sich das Spiel nach dem Seitenwechsel komplett zum Gegenteil verändern. Die Sandhäuser Offensive, die bis hierhin noch gar nicht stattgefunden hatte, spielte sich auf dem linken Flügel bis in den Strafraum durch, wo eine halbhohe Flanke Yannick Häringer an die Hand sprang. Entgegen vehementer Proteste der Bahlinger und selbst entgegen der Meinung des Schiedsrichterassistenten zeigte der Unparteiische erneute auf den Punkt. Jan Dahlke ließ sich die Gelegenheit aus elf Metern nicht nehmen und brachte sein Heimteam nach 53 Minuten überraschend in Führung.
Mit dem Treffer stellte er nicht nur den bisherigen, sondern auch den weiteren Spielverlauf gänzlich auf den Kopf. Auf einmal baute die Bahlinger Mannschaft komplett ab, für die Spieler wurden Laufwege zu weit, Zweikämpfe zu mühsam. Die wenigen Aktionen, die der BSC nun noch selbst initiierte, waren konzeptlos und resultierten in Zufallsprodukte. Sandhausen nutzte das eiskalt aus und spielte plötzlich befreit auf – das 2:0 durch Kuhn in der 61. Minute sowie Großchancen zu einem gar höheren Resultat waren nur eine logische Folge. „Ein weiteres Mal verlieren wir ein Spiel, das wir eigentlich nicht verlieren müssen. Das ist in den letzten Wochen einfach zu oft vorgekommen“, so Bajramovic. Zu erklären ist der Sinneswandel seiner Mannschaft auch für ihn nur schwer – doch der BSC muss seine Heimreise aus Sandhausen dennoch ohne Punkte antreten.
Sandhausen: Hiegl – Leimenstoll, Zellner, E. Stadler, Maximilian Schilling – Kuhn (90. Stellwagen), Mohr (65. Bauer), Marius Schilling (82. R. Stadler), Geisler (46. Sailer) – Dahlke, Sterzing.
Bahlingen: Müller (46. Reisacher) – Higl, Adam, Klein, Keller (83. Fellanxa) – Häringer, Bührer, Waldraff – Ilhan (67. Fiand), Sautner, Barella (69. Ulubiev).
Schiedsrichter: Hildenbrand (Wertheim)
Zuschauer: 130
Tore: 1:0 Dahlke (53./HE), 2:0 Kuhn (61.)
Austragungsort
Walter-Rheinhard-Stadion |
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