1. Göppinger SV – Bahlinger SC 1:0

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Zusammenfassung

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Marco Waldraff wirkte empört über das Zweikampfverhalten seiner Mannschaft, das er von der linken Außenbahn mit ansah. „Geht doch mal richtig dagegen, es darf ruhig auch mal wehtun!“, forderte er seine Mitspieler auf. Ein echter Wachmacher gelang ihm damit allerdings nicht mehr ­– ohne Punkte und dafür mit sehr vielen Fragezeichen musste der BSC seine Heimreise aus Göppingen antreten.

In der Tat fehlte den sonst so kampfbereiten und willensstarken Kaiserstühlern an diesem Nachmittag die nötige Einsatzfreude. So zog man in den Zweikampfduellen im Zweifel lieber zurück, als dem Gegner den Ball auf ungewohntem Kunstrasen abspenstig machen zu wollen. Eins-gegen-Eins-Situationen wich man eher aus, wenn sie nicht zwingend nötig waren. Und selbst das allseits gefürchtete Offensivfeuerwerk in den ersten rund zwanzig Minuten der Partie ließ der BSC in Göppingen vermissen. „Wir waren heute insgesamt viel zu unsauber und hektisch“, bilanzierte ein enttäuschter Bahlinger Trainer Zlatan Bajramovic. „Trotzdem ist es bitter, weil wir auch mitgespielt haben.“

Doch es war der Aufsteiger aus Göppingen, der bei seinem letzten Heimspiel des Jahres besser in die Begegnung fand und auch im zweiten Durchgang die Oberhand behielt. Bereits nach zwölf Minuten musste BSC-Torhüter Dennis Müller rettend eingreifen, als Maximilian Ziesche den Ball aus einem Gedränge heraus in Richtung Gehäuse stocherte. Ziesche war einer von drei Spitzen des GSV, der genau wie Bahlingen in einer 4-3-3-Variante auflief. Diese offensive Formation sollte sich nach 25 Minuten bezahlt machen, denn den Freistoß, den die Mannschaft von Trainer Gianni Coveli auf dem rechten Flügel nach einem Konter zugesprochen bekam, nickte Tobias Armbruster am kurzen Pfosten aus vollem Lauf ein und bejubelte mit seinem Team dessen erst siebzehntes Tor im neunzehnten Spiel.

Harmlosigkeit im Angriff fand man dagegen allerdings bei den Gästen wieder. Den offensiven Höhepunkt setzte der BSC in der 34. Spielminute in Person von Erich Sautner, der sich aus der Distanz ein Herz fasste, doch mit seinem 30-Meter-Schuss lediglich den Pfosten traf. Neben vereinzelten weiteren Konterchancen, bei denen dann aber die letzte Konsequenz fehlte, sollte es trotz Rückstand die letzte echte Torchance der Bahlinger in der gesamten Partie bleiben. Schussversuche, die deutlich neben dem Tor endeten, wurden mit hängenden Köpfen und zuckenden Schultern quittiert. Das war auch Göppingen geschuldet, das die knappe Führung nicht etwa mit einem Abwehrbollwerk, sondern mit eigenen Angriffen über die Zeit bringen wollte – mit Erfolg. Durch die fehlende Gefährlichkeit vor dem gegnerischen Tor, die Bajramovic als „Inkonsequenz“ bezeichnete, lag ein Lucky-Punch für seine Mannschaft in den Schlussminuten nicht in der Luft.

Dafür dezimierte sich der BSC vier Minuten vor dem Ende auch noch selbst. Dennis Bührer, erst zwei Minuten zuvor wegen zu harten Einsteigens mit der gelben Karte verwarnt worden, wurde vom Unparteiischen zurecht nach einem unfair geführten Zweikampf an der Mittellinie verfrüht unter die Dusche geschickt und fehlt damit am kommenden Wochenende zuhause gegen den Karlsruher SC II. „Uns fehlen die richtigen Entscheidungen in den richtigen Momenten, und so verfallen wir immer wieder in alte Muster“, kritisierte Coach Bajramovic – und hofft daher, dass seine Spieler am Samstag wieder mehr „individuelle Klasse“ zeigen.

Göppingen: Rombach – Armbruster, Stierle, Ivezic, Clauß – Schmidts, Cerimi, Loser (87. Frölich) – Ziesche (69. Botta), Dicklhuber (76. Warth), Renner (79. Augst).

Bahlingen: Müller – Higl (82. Henkel), Adam, Klein, Keller – Waldraff, Bührer, Häringer – Sautner (69. Alihoxha), Ilhan, Ulubiev (69. Fellanxa).

Tor: 1:0 Armbruster (25.).

Gelb-Rot: Bührer (Bahlingen/86./Foulspiel).

Schiedsrichter: Lehmann (Seitingen).

Zuschauer: 350.

Austragungsort

Stadion an der Hohenstaufenstraße